Forschung

Die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Methode IBP wird durch kontinuierliche Forschung gestärkt und untermauert. Wir vertreten eine pragmatischen Grundhaltung und einen kritisch-eklektizistischen Ansatz, der Offenheit für neue Entwicklungen ermöglicht und die Integration aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Lehre fördert (unser Leitbild).

Aktuelle Forschung

Forschungsprojekt: Interozeption in Coaching und Psychotherapie (seit Sept. 2025)

In Kooperation mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) führt IBP ein Forschungsprojekt zur Interozeption in der psychotherapeutischen und coachingbezogenen Praxis durch.

Interozeption bezeichnet die bewusste und unbewusste Wahrnehmung des inneren körperlichen Gesamtzustandes („overall bodily state“). Forschung zeigt zunehmend, dass interozeptive Prozesse eng mit Emotionsregulation und Stressverarbeitung verbunden sind und damit eine zentrale Rolle für psychische Gesundheit spielen können (Füstös et al., 2013; Khalsa et al., 2018; Paulus & Stein, 2010). Gleichzeitig ist noch wenig systematisch untersucht, wie Interozeption in konkreten Settings gefördert wird und welche Interventionen dabei wirksam sind.

Das Projekt untersucht daher, wie interozeptive Fähigkeiten in Psychotherapie und Coaching gefördert werden – also ein zentrales Kernelement der Methode IBP. Zudem beobachten wir, wie Veränderungen bei den Patient:innen und Klient:innen mit der Interozeption in Zusammenhang stehen.

Teilprojekt Psychotherapie

Im Teilprojekt Psychotherapie wird untersucht, wie sich die Förderung von interozeptiven Fähigkeiten im Verlauf psychotherapeutischer Behandlungen verändern und in welchem Zusammenhang sie mit Therapie-Outcomes stehen. Interozeptionsfähigkeit wird dabei insbesondere als die Selbstwahrnehmung auf allen drei Erlebensdimensionen (Körper, Emotion, Kognition) verstanden.

Teilnehmende IBP-Psychotherapeut:innen gesucht!

IBP Therapeut:innen (auch in Ausbildung), die bereit sind, eine oder mehrere ihrer Behandlungen wissenschaftlich begleiten zu lassen. Auch wenn Deine Ausbildung schon länger her ist und Du heute nicht mehr ausschliesslich mit der Methode IBP arbeitest, ist Deine Teilnahme an der Studie interessant für uns!

Bei Interesse oder Fragen melde Dich bei Sonja Hilbrand: wiko@ibp-institut.ch

Downloadlink Flyer Teilprojekt Psychotherapie

Was sind Deine Aufgaben als Studientherapeut:in?

  • Einschluss von ausgewählten Behandlungen (eine oder mehr) bzgl. depressiven und/oder Angststörungen als Hauptdiagnose. Möglichst keine Komorbiditäten, insbesondere keine Persönlichkeitsstörungen oder Sucht (ausgenommen Tabak). Aber z.B. ADHS als Zusatzdiagnose ist ok.
  • Diagnostik und Behandlung machst Du wie gewohnt, zusätzlich ein kurzes Screening bzgl. Diagnostik ausfüllen (ICD-10 Screener)
  • Ausfüllen einer spezifischen Interozeptions-Checkliste nach jeder Therapiesitzung (1-3 Minuten, kann innerhalb der Nachbereitungszeit der Therapiestunde verrechnet werden)
  • ausgefüllte Checklisten und Fragebögen in vorbereitetem Couvert anonymisiert an die ZHAW schicken

Was machen Deine Patient:innen?

  • In erster Linie ganz normale Psychotherapie, mit der Einwilligung, dass der Verlauf wissenschaftlich begleitet wird.
  • Ausfüllen von verschiedenen Fragebögen zu Therapiebeginn, nach ca. 15 Sitzungen und bei der ca. 30. Sitzung

Was bringt die Teilnahme?

  • Für IBP
    • Wissenschaftliche Untersuchung der IBP Methode sowie Qualitätssicherung
    • Verbindung von IBP Coaching und Psychotherapie in einer gemeinsamen Studie
    • Beitrag, dass IBP eine akkreditierte Psychotherapieweiterbildung bleibt
  • Für die Psychotherapieforschung generell
    • Stärkung der Wichtigkeit des Körpers in der Therapie
    • Einbringung praktischer Aspekte in die Forschung
  • Für Patient:innen
    • Erkenntnisse aus dieser Studie können zukünftigen Patient:innen, welche eine IBP Therapie machen, von Nutzen sein, indem sie zur Verbesserung der Methode beiträgt
    • die Fragebögen regen zur Selbstreflexion an
  • Für Therapeut:innen
    • systematische Beobachtung der eigenen Tätigkeit und des Gesamtverlaufs
    • eigener Beitrag zur Wissenschaftlichkeit von IBP

Teilprojekt Coaching

Während Interozeption in der Psychotherapie zunehmend empirisch untersucht wird, ist deren Rolle im Coaching bislang kaum systematisch erforscht. Zwar werden in verschiedenen Coachingansätzen körperbezogene, achtsamkeitsbasierte und selbstwahrnehmungsorientierte Interventionen eingesetzt (Passmore & Marianetti, 2007), deren Zusammenhang mit Coaching-Outcomes ist jedoch bisher wenig untersucht. Ebenso fehlen bislang Studien, die Veränderungen der Selbstwahrnehmung im Coachingverlauf mit validierten Instrumenten erfassen.

Das Coaching-Teilprojekt setzt hier an: Es untersucht, ob und in welchem Ausmass sich interozeptive bzw. selbstwahrnehmungsbezogene Fähigkeiten im Coaching verändern und welche Interventionen solche Veränderungen begünstigen. Darüber hinaus wird analysiert, ob Veränderungen in der Selbstwahrnehmung mit einer Entwicklung des Kohärenzerlebens sowie mit Veränderungen des subjektiven Stresserlebens zusammenhängen.

Teilnehmende Coach:innen gesucht!

Für das Coaching-Teilprojekt suchen wir aktuell Coach:innen, die ihre Arbeit wissenschaftlich begleiten lassen möchten. Voraussetzung ist eine abgeschlossene oder weit fortgeschrittene Coachingausbildung (anerkannt durch Berufsverband oder vergleichbar) sowie idealerweise die Durchführung von mindestens zwei Coachingprozessen im Studienzeitraum.

Ablauf und Aufwand

  • Für Coach:innen:
    • kurzes Online-Informationsgespräch (ca. 15 Minuten)
    • kurze Dokumentation nach Coaching-Sitzungen (1–3 Minuten Aufwand)
  • Für Coachees:
    • standardisierte Fragebögen zu Selbstwahrnehmung, Ressourcen und Stress
    • Messungen jede 3. Coachingsitzung sowie Follow-up nach drei Monaten
    • ca. 15 Minuten pro Erhebung

Mehr Informationen
Ansprechperson Teilprojekt Coaching: Ariane Orosz, oroz@zhaw.ch
Downloadlink Flyer Teilprojekt Coaching folgt

Literatur:

  • Füstös, J., Gramann, K., Herbert, B. M., & Pollatos, O. (2013). On the embodiment of emotion regulation: interoceptive awareness facilitates reappraisal. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 8(8), 911–917. https://doi.org/10.1093/scan/nss089
  • Khalsa, S. S., Adolphs, R., Cameron, O. G., Critchley, H., Davenport, P. W., Feinstein, J., Zucker, N. (2018). Interoception and mental health: A roadmap. Biological Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging, 3(6), 501–513
  • Passmore, J., & Marianetti, O. (2007). The role of mindfulness in coaching. The Coaching Psychologist, 3(3), 131–138.
  • Paulus, M.P., Stein, M.B. Interoception in anxiety and depression. Brain Struct Funct, 214, 451–463 (2010). https://doi.org/10.1007/s00429-010-0258-9

 

Bachelorarbeit (2025/2026)

  • In Kooperation mit dem Institut für Mental Health der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Schweizerischen Gesellschaft für Bioenergetische Analyse und Therapie (SGBAT) hat IBP eine Bachelorarbeit vergeben. Zwei Studierende der ZHAW untersuchen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Therapiemethoden.

 

Langzeitstudie zur Ausbildung von Psychotherapeut:innen und Coaches

Wirksamkeitsforschung

2023: Gruppen-Körperpsychotherapie bei Krebserkrankung

  • Grossert, A., Meffert C., Hess V., Rochlitz Ch., Pless M., Hunziker S., Wössmer B., Geuter U., Meinlschmidt G., Schaefert R (2023). Group-based body psychotherapy improves appreciation of body awareness in post-treatment cancer patients: A non-randomized clinical trial. Front. Psychol. 14:956493. doi: 10.3389/fpsyg.2023.956493 Download
  • Grossert, A., Meinlschmidt, G., & Schaefert, R. (2017). A case series report of cancer patients undergoing group body psychotherapy. F1000Res, 6, 1646. Download

2013/2014: Praxisstudie ambulante Psychotherapie Schweiz PAP-S
(Veröffentlichung der Abschlussberichte genehmigt durch die Schweizer Charta für Psychotherapie)

  • Tschuschke, V., Crameri, A., Koemeda, M., Schulthess, P. von Wyl, A. (2014). Abschlussbericht Praxisstudie ambulante Psychotherapie Schweiz (PAP-S) der Institute der Schweizer Charta für Psychotherapie für Integrative Körperpsychotherapie (IBP) Teil 2 mit Katamnese und Sitzungsratings. Zürich, Schweiz: Schweizer Charta für Psychotherapie. Download
  • Tschuschke, V., Crameri, A., Koemeda, M., Schulthess, P. von Wyl, A. (2013). Abschlussbericht Praxisstudie ambulante Psychotherapie Schweiz (PAP-S) der Institute der Schweizer Charta für Psychotherapie für Integrative Körperpsychotherapie (IBP) Teil 1. Zürich, Schweiz: Schweizer Charta für Psychotherapie. Download

 

2006: Multizenterstudie in Deutschland und der Schweiz

  • Koemeda-Lutz, M., Kaschke, M., Revenstorf, D., Scherrmann, T., Weiss, H., & Soeder, U. (2006). [Evaluation of the e ffectiveness of body-psychotherapy in out-patient settings (EEBP)]. Psychother Psychosom Med Psychol, 56(12), 480-487. https://doi.org/10.1055/s-2006-951848 (Evaluation der Wirksamkeit von ambulanten Körperpsychotherapien-EWAK.)


Vernetzung und Diskurs inner- und ausserhalb unserer Methode

Neben der Forschung setzt sich die WiKo IBP auch für die Vernetzung und den fachlichen Diskurs innerhalb und ausserhalb der Methode IBP im Austausch mit angrenzenden wissenschaftlichen Disziplinen ein.

  • IBP Forschungsarbeiten und Publikationen: Liste Fachpublikationen IBP Fachliteratur
  • Mitgliedschaft bei PsyWBI um die Vernetzung unabhängiger Psychotherapieweiterbildungsinstitute und deren berufspolitische Teilhabe zu unterstützen.